Roomers Frankfurt: ein Blick in die Küche

Ein Blick in die Küche des Roomers in Frankfurt

Frankfurter Mädel hin oder her – ich war vor diesem Tag noch nie im Roomers im Bahnhofsviertel. Lag primär daran, dass ich nicht so ein Nachtschwärmer und Partygänger bin und natürlich daran, dass ich mitten in Frankfurt wohne und selten ein Hotelzimmer brauche. 🙂 Okay, eigentlich nie. An einem wundervoll sonnigen Abend im Spätsommer 2017 habe ich allerdings auf dem Gekko Food Festival (zum Beitrag geht es hier) den charmanten Küchenchef des Roomers kennengelernt – Hubertus Marquardt. Auf dem Food Festival gab es eine kleine Auswahl der Speisen, die Hubertus auch in seiner Küche anbietet. Die waren so lecker, dass ich dann echt neugierig auf das Hotel war, das ich nur als Feier-Destination von Freunden kannte. Was kann die Küche da?

Opulent, düster und gemütlich

Das Hotel ist sehr zentral mitten im Frankfurter Bahnhofsviertel gelegen, wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof. Der erste Eindruck von Innen war opulent, edel, etwas düster, aber gemütlich. Das trifft zu für die Lobby, das Restaurant, die Bar und auch die Zimmer. Absoluter Stilbruch ist dann die Küche: pragmatisch, bunt, auf kleinem Raum. Ich durfte schon bei einigen Hotels hinter die Kulissen schauen in der Küche, aber der auffälligste Unterschied zum Roomers ist sicher die Größe der Küche. Umso beeindruckender finde ich, was die Jungs und Mädels hier so zaubern. Jeder Handgriff sitzt, alles hat seinen Platz, man arbeitet eng zusammen und steht sich irgendwie nicht im Weg. Außer mir. Ich stand gefühlt überall im Weg, weil ich den raffinierten Tanz um den Herd herum nicht drauf hatte. Das Team war glücklicherweise sehr entspannt und Hubertus hat sich viel Zeit genommen, mir sein Reich zu zeigen.

Aber nur „nur Gucken“ ist natürlich nichts für mich – deshalb haben wir uns beim Apfelstrudel-machen unterhalten. Ich muss mich jetzt outen: Davor hatte ich noch nie Apfelstrudel selbst gemacht. Ich hole immer den Tief-gefrorenen. Das wird sich nach diesem Erlebnis aber ändern. Holla, war das lecker. Aber dazu gleich mehr.

Schritt eins: Äpfel schälen. Irgendwie logisch.

Im ersten Schritt ging es ans Äpfel schälen und entkernen, dann mit Zimt und Zucker und Rosinen mit Schuss fest durchgeknetet. Den Teig haben wir nur grob ausgerollt und danach wurde er „gezogen“, bis er hauchdünn war. Das lässt den Apfelstrudel dann auch so toll blättern. Eigentlich kein Hexenwerk, aber es steckt ordentlich Arbeit drin. Und gute Zutaten. Ein köstlicher Klassiker, der wegen der großen Auswahl an Tiefkühl-Produkten ein bisschen in Vergessenheit geraten ist.

Hausgemachtes und die Team-Mandarine

Ob das Team hier alles frisch macht, wollte ich von Hubertus wissen. Die Kartoffeln werden nicht im Haus zu Pommes geschnitten. Das ist bei der Menge nicht möglich. Und sonst? Das Vanilleeis, die Kartoffel- und Wirsing-Chips (überraschend überragend), die Sauce Hollandaise? Hausgemacht im Roomers, von Hubertus und seinem Team. Überraschend, aber nach einer guten Stunde in der Küche auch irgendwie nicht mehr. Ein Koch-Kollege schält in einer kurzen Pause eine Mandarine und teilt sie durch vier – für jeden in der Küche ein Teil. „Die Team-Mandarine“, heißt das im Roomers. Ich fand das so lustig, dass immer mal jemand ganz selbstverständlich ein paar Vitamine in die Runde wirft. Ich habe mich sehr wohl in der Küche gefühlt.

Köstliche Äpfel mit Rosinen, Zimt und Zucker und ein bisschen Stöffchen angemacht. Lecker!

Dass Hubertus auch Kurse anbietet, hat man relativ schnell gemerkt – er hat ein ruhiges Händchen und ließ mich viel selbst machen.  Ein Sektchen gabs dazu und einen Shot. Ein bisschen was vom Abend-Flair am Nachmittag. Hat funktioniert 🙂

Kleine Küche, aber oho! Meine reizende Kamera-Dame und ich haben uns sehr wohl gefühlt.

Der Strudel ist im Ofen und Hubertus gibt uns noch eine kleine Führung.

Küchenchef im Roomers zu sein beschränkt sich nicht auf das Restaurant. Hubertus ist für das ganze Hotel zuständig: Restaurant, Room-Service, Bar, Bankett, Catering, Personalessen. Und das in einer wirklich kleinen Küche. „Es ist alles nur eine Frage der Organisation“, sagt Hubertus dazu. „Wir sind rund zwanzig Leute im gesamten Küchenteam und arbeiten eng mit dem Service zusammen.“ Dass das Spaß macht, spricht sich wohl rum. „Wir haben das Glück, dass wir mehr Bewerber als Stellen haben. Extremer Luxus. Aber das haben wir uns über Jahre aufgebaut,“ sagt Hubertus.

Unfassbar leckere und hausgemachte Kartoffelchips.

Viele frische Zutaten und kreative Köpfe in der Küche.

Große Küche kann doch jeder! Die Küche im Roomers ist überraschend klein. Da braucht’s Struktur und Teamgeist. Hier brodelt gerade das frisch gekochte Personal-Essen.

Ihr wärt schockiert, wie viele (auch hochpreisige) Restaurants ihre Sauce Hollandaise aus dem Tetrapack holen. Daumen hoch für das Küchenteam des Roomers, die das traditionell und komplett selbst machen.

Sogar das (unfassbar leckere) Vanilleeis machen die Jungs und Mädels selbst im Haus.

98 Prozent kreativer Freiraum

Hubertus ist schon viel rum gekommen, in Frankfurt aber jetzt schon seit ein paar Jahren. Am Roomers liebt er, dass er sich kreativ austoben kann. „98 Prozent kreativer Freiraum“ schätzt er. Scheint gut anzukommen, was dabei raus kommt. Auf die Frage, wie sich die Frankfurter von Gästen in anderen Städten unterscheiden, musste ich ein bisschen schmunzeln: wir sind anspruchsvoll, sagt er, und verzeihen Fehler nicht gerne. Deshalb muss alles sitzen. Im ersten Moment hat mich diese Einschätzung ein bisschen stutzig gemacht, aber eigentlich hat er recht. Wie in vielen Großstädten, sind wir Frankfurter es gewöhnt eine große Auswahl zu haben. Wir müssen oft keine zweite Chance vergeben, da es einfach genug andere Optionen gibt.

Tolle Location für ein bisschen Zweisamkeit im Restaurant.

Ein wenig düster, edel, surreal und irgendwie geil. Die Essenz des Roomers? 🙂

This Rumour is true… ungewöhnliche Namen für die Konferenzräume.

Frankfurt pur: Die Lounge hat einen echt schönen Skyline Blick.

Frisch aus dem Ofen. Köstlicher, aromatischer Apfelstrudel mit Puderzucker bestäubt.

Der Apfelstrudel ist fertig!

Zurück von der kleinen Tour, kam der Apfelstrudel aus dem Ofen. Unfassbar lecker und feinblättig. Ich weiß schon, ich bin Foodbloggerin und gutes Essen aus dem Ofen ist jetzt keine Seltenheit. Aber ich freue mich immer so, wenn ich mal wieder etwas ausprobieren konnte, das ich noch nie gemacht habe. Und, wenn ich etwas Hausgemachtes probiere, das ich als Fertig- oder Tiefkühl-Version nicht so toll fand. Und so war es auch beim Apfelstrudel aus dem Roomers.

Ich hätte nicht gedacht, dass ein Apfelstrudel so unfassbar lecker sein kann – well done boys and girls!

Serviert mit einer Kugel hausgemachtem Vanilleeis und einem Glas Sekt. Ich hätte direkt einziehen können. Das andere Gedeck gehört übrigens zu meiner Kamera-Dame.

Ein kurzer Espresso in der Bar und dann musste sich Hubertus auch schon auf das Abendgeschäft vorbereiten.

Herzlichen Dank an dieser Stelle für die Einladung ins Roomers, für den Blick hinter die Kulissen und das gemeinsame Strudelbacken mit Hubertus und seinem Team. Ich möchte euch ganz herzlich einladen, euch im Roomers auch mal umzusehen – ich war überrascht und begeistert wie viel mehr dahinter steckt!

Ihr wolltet eigentlich ein Back-Rezept?

–Nächste Woche wieder.

Folgt dem Blog!

Lisha


Dieser Beitrag enthält keine bezahlte Werbung.


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