Cupcakes im Blumentopf

Habt ihr einen grünen Daumen? Bei mir geht alles ein, was nicht bei drei auf den Bäumen ist (ha-ha) oder von Luft und Liebe allein leben kann. Orchideen gehen bei mir ganz gut und alles andere wirft seine Blüten quasi ab, sobald ich in die Nähe komme. Deshalb habe ich mir jetzt einfach ein paar Blumen selbst gebacken. Die gibt es dann in Kürze als Mitbringsel zum Muttertag. Der Beitrag heute hält eine Menge parat: Ein Rezept für köstlichen Schokokuchen mit einem Hauch Rum, eine hervorragende Verwendung für übrig gebliebene Ostereier (oder sonst tut es auch normale Schokolade) und last but not least gleich fünf verschiedene Arten und Schwierigkeitsstufen süße Blüten auf eure Cupcakes zu bringen – gekauft, ausgestochen, gepresst, modelliert und aufgespritzt. Da ist für jeden was dabei!

Für jeden was dabei – fünf Arten Blüten zu machen

Blumen zum Muttertag gehören einfach dazu. Wie auch beim Valentinstag, Vatertag und Co bin ich hier ganz schwer der Ansicht, dass man sich nicht mit Geschenken verrenken muss, es aber nie weh tut seinen Lieben zu sagen, dass man sie schätzt. Und wenn meine Mutter eins liebt (außer Mensch und Tier natürlich), dann sind es Blumen. Sie experimentiert wahnsinnig gerne mit bunten Sträußen, abgefahrenen Kreationen, Steck-Techniken, Gräsern, Halmen, Oliven und was es sonst noch alles gibt. Im Gegensatz zu mir hat sie einen äußerst grünen Daumen. Während ich mich gerne in der Backabteilung im Supermarkt aufhalte, und in Konditorein mein Zelt aufschlagen könnte, liebt sie es, sich in Blumenläden umzuschauen. Deshalb gibt es zum Muttertag dieses Jahr neben dem Blumenstrauß auch noch diese süßen Cupcakes im Förmchen mit Blüten.

Zutaten

8 Stück (bei einer Füllmenge von ca. 75 ml)

  • Für die Küchlein
    100 g Schokolade (z.B. übrige Ostereier)
    60 g Butter
    70 g Zucker, eine Prise Salz
    2 Eier
    120 ml Milch
    20 ml Rum (z.B. Cachaca)
    120 g Mehl
    1 gehäufter TL Backpulver
  • Für die Schoko-Creme (optional)
    100 g Schokolade (z.B. übrige Ostereier)
    100 ml Sahne

Wir machen die Schokocreme (optional)

Die Schoko-Creme ist optional. Sie verleiht den Küchlein Feuchtigkeit und sorgt dafür, dass die „Kuchen-Erde“ gut kleben bleibt. Man kann die Küchklein auch etwas aushöhlen und noch mehr Creme reinfließen lassen, denn es ist viel Creme, damit man aus den Kuchenresten damit noch Cake-Pops machen kann. Wer die Creme machen möchte, sollte mit ihr anfangen, da sie ein wenig Kühlzeit braucht.

So gehts: Hackt 100g Schokolade (superlecker waren sonst von mir ungeliebte Ostereier mit unpopulären Füllungen wie Eierlikör) und übergießt sie mit 100ml aufgekochter Sahne. Verrühren, bis eine glatte Masse entsteht. Diese bei Zimmertemperatur abkühlen, dann im Kühlschrank aufbewaren, bis sie gebraucht wird.

Perfekte Verwendung für Oster-Reste


 Wir machen die Küchlein-Basis

Backofen auf 180°C vorheizen

1.) Schokolade und Butter im Wasserbad schmelzen. Etwas abkühlen lassen.

2.) Zucker, Salz und Eier schaumig rühren. Lauwarme Schoko-Butter unterrühren. Backpulver und Mehl unterheben. Milch und Rum dazu geben und nur noch so lange rühren, bis eine gebundene Masse entsteht. In Förmchen bis ca. ein-fingerbreit unter den Rand befüllen. Für ca. 12 Minuten backen.

3.) Die Muffins abkühlen lassen und mit einem Messer die Kuppeln abschneiden. Diese fein zerbröseln – das wird die Erde. Entweder direkt oben drauf streuen, oder vorher mit der Schokoladencreme bestreichen. Fertig ist die Basis!

Mit Creme ist der Cupcake leichter zu essen, weil sie die Krümel festklebt.

Keine Silikon-Blumentöpfe zur Hand? Es geht natürlich auch mit echten (sauberen) Tontöpfen, oder alternativ mit kleinen festen Muffin-Papierschalen oder ganz ohne.

Übrige Creme und „Erde“ lassen sich übrigens zu köstlichen Kuchen-Kugeln formen. Hat man zu wenig Creme übrig, kann man etwas Schmand dazu nehmen.



Wir dekorieren die Blumentöpfe!

Wie geht es am besten? Von FlexiForm über selbst aufspritzen und modellieren zeige ich euch alle Varianten


1.) Die „Gekauften“ Blüten

Geling-Sicher: Für die gekauften Blüten braucht ihr nur ein paar essbare Blüten aus dem Supermarkt. Minimaler Aufwand und es sieht sehr hübsch aus. Mit etwas grünem Fondant oder grüner Buttercreme holt ihr nochmal eine Menge heraus, denn das macht sie so richtig schick.

Die „Gekauften“

Für die „Gekauften“ braucht ihr:

  • Essbare Blüten
  • ggf. etwas grüner Fondant/Marzipan oder Buttercreme für Blätter (Blatt- oder Grastülle)

→ Tripps und Empfehlungen für Equipment gibt es unten

So geht’s: Buttercreme grün einfärben und mit einer Blatt/Grastülle aufspritzen, oder mit einem Löffel auftragen. Die gekauften Blüten nach Herzenslust auflegen.


2.) Die „Ausgestochenen“ Blüten

Wer einen Blüten-Ausstecher zuhause hat, kann sich hübsche Blüten einfach selbst aus ausgerolltem Fondant ausstechen. Die sind dann relativ simpel, man kann sich aber noch wunderschön verfeinern. Die einfachste Methode dafür ist, ihr eine Wölbung zu geben, denn Blüten sind ja nicht platt. Dafür lasst ihr die Blüten ein paar Stunden oder über Nacht in einer kleinen Schale (ich nehme eine Soya-Soßen Dipschale oder die Einwölbungen meines Food-Farbmalkastens) trocknen. Wer Lebensmittelstifte oder Streusel für das Innere der Blüte hat, kann weitere Details aufmalen. Die Rillen hier sind mit Moellierwerkzeug (Muschel-Stab) gemacht, aber es geht auch mit Zahnstochern oder Gabeln – dann nur vorsichtig arbeiten. Wer Lebensmittelfarben hat, kann mit einem sauberen Pinsel oder einfach dem Finger (am Besten im Einweg-Handschuh, denn das kriegt man sonst schwer ab) Farbverläufe zaubern.

Die „Ausgestochenen“

Für die „Ausgestochenen“ braucht ihr:

  • Fondant/Marzipan in gewünschten Farben
  • Blüten-Ausstecher
  • ggf. Streusel oder Lebensmittelfarbe für Blüten-Details (Pinsel)
  • ggf. etwas grüner Fondant/Marzipan oder Buttercreme für Blätter (Blatt- oder Grastülle)
  • Modellierwerkzeug (z.B. Muschel-Stab) oder Zahnstocher / Gabel

→ Tripps und Empfehlungen für Equipment gibt es unten

So geht’s: Bunten Fondant oder Marzipan ausrollen (wenn es klebt, etwas Stärke nehmen) Blüten ausstechen, dekorieren und in einer Schale mit Wölbung trocknen lassen, bis sie ihre Form hält. Nach Belieben mit grünen Fondant/Marzipanblättern oder grüner Buttercreme mit Blatt/Grastülle dekorieren.

Eine schöne Wölbung ist oft wichtiger, als schicke Deko.


3.) Die „Gepressten“ Blüten

Mein Favorit. Schnell, einfach – tolles Ergebnis und man muss nicht nach-dekorieren. Einziger Nachteil: Hier lässt sich nicht mit Zahnstochern oder Gabeln nachhelfen, hier ist spezielles Equipment nötig. Eine Blütenpresse aus Silikon ist eine wundervolle Investition. Wann immer ich bei einer Torte kleine Mengen Fondant übrig habe, presse ich ein paar Blüten, denn sie halten Wochen, ach was sag ich – Monate!

Die „Gepressten“

Für die „Gepressten“ braucht ihr:

  • Fondant in gewünschten Farben (zweifarbig ist schick)
  • Blüten-Presse aus Silikon mit Ausstecher
  • ggf. etwas grüner Fondant oder Buttercreme für Blätter (Blatt- oder Grastülle)

→ Tripps und Empfehlungen für Equipment gibt es unten

So geht’s: Bunten Fondant (Marzipan geht auch) ausrollen und leicht mit Speisestärke bestäuben, falls er klebt. Mit dem mitgelieferten Ausstecher ausstechen und in der Blütenpresse pressen. Für einen besonders schönen Effekt die Mitte mit einer Loch-Spritztülle ausstechen und eine andere Farbe einsetzen. Dann pressen. Fällt die Blüte mal nicht von alleine raus, die Form etwas drehen, wie bei Eiswürfeln. Nach Belieben mit grünen Fondant/Marzipanblättern oder grüner Buttercreme mit Blatt/Grastülle dekorieren.

Die „Gepressten“: Kopfüber antrocknen lassen, um die Wölbung nicht verschwinden zu lassen.


4.) Die „Modellierten“ Blüten (Rosen)

Etwas Übung ist gefragt bei dem Modellieren von Rosen. Deshalb bekommt die Blüte hier auch nochmal einen ausführlichen Beitrag, den ihr hier findet (Geduld bitte, kommt am Donnerstag). Sie bestehen aus einem Kegelförmigen Kern, den viele aus Fondant/Marzipan machen. Ich nehme gerne die Cake-Pop Reste, die ich aus dem Mischen von Ganache- und Krümel-Resten bekommen habe. Schmeckt mir besser, ist dann aber im Gegensatz zu purem Fondant nicht lange haltbar.

Die „Modellierten“

Für die „Modellierten“ braucht ihr:

  • Fondant/Marzipan in gewünschter Farbe
  • Kleiner Kreisausstecher
  • Ausrollstab, ggf. Modellierwerkzeug
  • ggf. etwas grüner Fondant/Marzipan oder Buttercreme für Blätter (Blatt- oder Grastülle)
  • ggf. etwas Lebensmittelfarbe für Details (Optional)

→ Tripps und Empfehlungen für Equipment gibt es unten.

So geht’s: Hier geht es zur ausführlichen Anleitung. Die Kurzversion ist: Fondant ca. 2-3 mm dick ausrollen. Pro Rose ca. 15 Kreise ausstechen (Ø ca. 2,5 cm). Mit Modellierwerkzeug / Ausrollstab / Fingern die Ränder ausdünnen. Aus Fondant-Resten einen Kegel formen (Höhe ca. 2,5 cm). Das erst Blütenblatt eng um die Spitze schlingen, dann nach und nach die anderen Blätten überlappend dazu falten.

Ausgefranzte Ränder machen es oft noch echter.


5.) Die „Aufgespritzten“ Blüten

Vielseitig und unkompliziert: Die Blüten zum Aufspritzen werden mit Buttercreme gemacht. Vorteil ist, das man die Buttercreme in verschiedenen Farben aufspritzen kann (auch zweifarbig) und schnell viele Cupcakes verzieren kann – außerdem kann man sich den Schritt mit „Erde“ und „Ganache“ sparen, denn die sieht man eh nicht. Rosen und kleine Hyazinthen lassen sich zum Beispiel schnell und echt süß mit einer offenen Sterntülle machen. Große Heraufforderung hier: Alles steht und fällt mir einer stabilen Buttercreme. Mein Rezept für Buttercreme auf Puddingbasis gibt es hier. Achtet darauf, dass die Creme nicht zu weich ist und stellt sie lieber nochmal kühl, bevor man die Konturen nicht richtig sieht.

Die „Aufgespritzte“ Rose

Die „Aufgespritzte Hyazinthe

Für die „Aufgespritzte“ braucht ihr:

  • Buttercreme in gewünschter Blütenfarbe
  • Spritzbeutel und offene Sterntülle
  • grüne Buttercreme für Blätter (Blatttülle)

→ Tripps und Empfehlungen für Equipment gibt es unten.

So geht’s: Für die Rosen eine große offene Sterntülle verwenden. In der Mitte des Cupcakes ansetzen, eine kleine Haube spritzen und dann in einer fließenden Bewegung Kreise um die Mitte ziehen. Ohne Druck die Tülle vom Cupcake außen wegziehen, damit es kein sichtbares „Ende“ gibt. Für die Hyazinthen reichen jede Menge kleiner Tupfer. Danach mit Blättern verzieren.

Kreisförmig ohne neu anzusetzen um die Mitte herum.



Noch ein paar Deko-Blätter

Blätter mit der Hand zu formen ist leicht – ein wenig mit Rillen dekorieren und dunkelgrüne Schattierungen machen den Unterschied.

Die Blatttülle ist eine sehr schöne Art, sehr leicht und schnell verschiedene Blätter zu machen

Für jeden was dabei – fünf Arten Blüten zu machen

Die gepressten Fondantblüten nutze ich am liebsten – super auch für Fondant-Resteverwertung

Gibt es Reste, einfach gut vermischen – mit übriger Ganache oder etwas Schmand mischen und zu Bällen rollen. Nach Belieben verziehren.

Zutaten und Equipment


Wenn ihr auf kursiv geschriebene Wörter klickt, kommt ihr zu den Produkten, die ich nutze – nach Möglichkeit aus dem Shop, von dem ich sie habe. Schaut aber auch gerne in eurem Fachgeschäft nach, denn da kann man sich die Sachen anschauen und ich kaufe da auch am liebsten. Wie immer der Hinweis – die Empfehlungen sind nicht gekauft! 😉


Die Blumentöpfe sind Silikonformen, ihr könnt aber auch in freistehenden Papierförmchen backen – das sieht besser aus, als in geriffelten Muffinförmchen.

Die Gekauften Blüten im Bild gibt es im Supermarkt (REWE), z.B. von Dr. Oetker. Meine hatte aus „Meine Backbox“ übrig. Sie sind aus Esspapier – es gibt sie auch in groß.

Die Ausgestochenen Blüten brauchen einen Ausstecher. Optional, aber ziemlich schick und viel her machen Details mit Puderfarben oder Lebensmittelstiften und Strukturen mit Modellierwerkzeug.

Die Gepressten Blüten werden mit einer Blütenpresse gemacht. Mit FlexiForm aus der Verlinkung bin ich extrem zufrieden – es gibt sie in verschiedenen Versionen (auch als Schmetterling!) und ein Ausstecher ist dabei.

Die Gespritzten, die ihr oben seht brauchen nur einen Spritzbeutel und eine große Sterntülle. Hier machen grüne Deko-Blätter einen großen Unterschied.

Die Blätter aus Buttercreme spritze ich mit einer Blatttülle. Das Gras mit einer Grastülle. Falls ihr ein Set zuhause habt, schaut mal nach – die Blatttülle ist eigentlich ein Klassiker. Alternativ könnt ihr sie aus Fondant oder Marzipan modellieren – dafür im Idealfall Details mit Puderfarben oder Lebensmittelstiften und Strukturen mit Modellierwerkzeug machen.

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♥ Lisha



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4 Gedanken zu “Cupcakes im Blumentopf

  1. Wow, da hast du ja sehr lange gebastelt! Ich werde meiner Mutter auch etwas zum Muttertag backen und dann per Post verschicken, da kommt so etwas gerade recht. Allerdings mag ich Fondant überhaupt nicht und Buttercreme ist auch nicht ganz so mein Ding. Ich glaube ich werde Papierblumen oder ähnliches machen. Mal gucken. Auf jeden Fall vielen Dank für die Idee!

    • Hallo Jenny,
      ganz lieben Dank 🙂
      Da freut sich deiner Mutter bestimmt sehr. Grade, wenn du es mit der Post verschickst, würde ich auch die Finger von Buttercreme lassen. Esspapier geht gut und falls sie Marzipan mag, kommst du damit auch sehr gut hin. Was sich auch gut verschicken lässt sind Pralinen, falls du da Lust zu haust.
      Viele Grüße
      Lisha

  2. Pingback: Rose modellieren | MainBacken

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